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LEHRBUCH – SKANDAL und die möglichen Folgen für den Naildesigner!

 

Nachdem die Geschäftsführerin eines Verbandes als Autorindas Lehrbuch „Naildesigner in Perfektion“ inzwischen in 3. Auflage publiziert, soll dieses Werk auf der vorliegenden Website einer Kritik unterzogen werden. Es wird sich zeigen, dass dieses Buch zahlreiche Fehler aufweist, was medizinische und produktchemische Aussagen anbelangt.

Grundlage des Ausbildungskonzepts für die standardisierte Ausbildung gemäß Empfehlung Bundesverband Deutscher Naildesigner  - BDND - das Lehrbuch:

„Naildesigner in Perfektion“ 

 

 Betreff:

 2. Auflage/2006

 3. Auflage/2008

 

Im  Vorwort wird von der Autorin die Literatur bezüglich der HWK Prüfungen irreführend beworben. Zu keinem Zeitpunkt  entsprach folgende Aussage im Allgemeinen der Wahrheit:

„…..musste ein Werk erstellt werden, welches als Leitfaden für die Dozenten und Prüfer dient und von diesen anerkannt ist.“

Als Mediziner und Fachdozent/HWK distanziere ich mich sowie mehrere andere Dozenten und Prüfer/HWK diverser Kammern von dieser fehlerhaften Literatur.

An einzelnen Stellen ermuntert die Autorin ihre Leser auch zur Vornahme von Behandlungen, bei denen der Naildesigner möglicherweise gegen das Heilpraktikergesetz bzw. Medizinrecht verstoßen könnte, sofern er nicht ausnahmsweise z.B. über eine Heilpraktikererlaubnis oder die ärztliche Approbation verfügt.

Gemäß fachjuristischer Auskunft: ……könnte solch ein Verstoß auch einen Straftatbestand darstellen und  mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden.

Zivilrechtliche Sanktionen wie Schadensersatz und Schmerzensgeldansprüche wären ebenfalls ein denkbares Szenario für diejenigen, die sich zu solchen zweifelhaften Behandlungsmethoden hinreisen lassen würden.“

Vertreter medizinischer und chemischer Fachberufe haben sich zu dieser Literatur wie folgt geäußert:  

Bei der Lektüre  könnte man beinahe den Eindruck gewinnen, als ob die Autorin ihr Buch aus Bruchstücken anderer Internet- und Offlinepublikationen zusammengesetzt und dabei richtige Passagen übernommen hätte, die dann jedoch in unzutreffendem Zusammenhang sinnentstellend wiedergegeben würden.

Eklatante sachliche Fehler und Falschaussagen prägen dieses Buch.  

Stellungnahme speziell zum Kapitel Medizin/Gesundheit:  

 

Dr. med. U.W.B. , Brackenheim:

...........Gewisse Passagen werden richtig übernommen und dann Sinn entstellend

           wiedergegeben. Krankheitsbilder werden  falsch interpretiert, dargestellt und

           beurteilt. Um nur ein  Mosaiksteinchen aus diesem medizinischen Panoptikum zu

           nennen: mehrfach wird eine harmlose Nagelanomalie einer krankhaften

           Nagelveränderung gleichgesetzt, welche differentialdiagnostisch auf schwere

           innere Erkrankungen hinweist und im Zusammenhang mit diesen auftritt. Die

           Nomenklatur ist mangelhaft. Auf die vielen Rechtschreib- und grammatikalischen

           Fehler möchte ich nicht weiter eingehen………….

 

Dr. med. D.B., Heilbronn:

………. dass dieses Buch im medizinischen Bereich gravierende Mängel und Widersprüche 

             aufweist. Nebenbei möchte ich doch auch noch die vielen Rechtschreibfehler und  

             die mangelhafte Semantik erwähnen….Die Autorin hat  anscheinend nicht

             verstanden welchen medizinischen Sachverhalt sie beschreibt, Definitionen

             werden irreführend dargelegt und Krankheitsbilder fehlerhaft beschrieben. Auf

             diese Weise werden  falsche Lehrinhalte vermittelt ………Wenn das die Basis der

             theoretischen Ausbildung ist spricht das nicht für Qualität………..  

 

Dr. med. D.B., Heilbronn

………möchte ich darauf aufmerksam machen, dass die in o. g. Buch vorgestellten

           medizinische Sachverhalte als standardisierte Grundlage für das Wissen bei der

           Abschlussprüfung einer kritischen fachlichen Kontrolle nicht standhalten können. Die

           medizinischen Sachverhalte und Definitionen von Krankheitsbildern sind häufig

           fehlerhaft und widersprüchlich und damit falsch dargestellt. Frau M. benutzt

           Passagen, die sie  irgendwo richtig abgeschrieben hat und setzt sie in einem

           falschen Zusammenhang in den Text, es ist schlicht ein großes Durcheinander

           von Definitionen, Deskriptionen, Ätiologie und Pathogenese der medizinischen

           Sachverhalte. Auf einzelne Details einzugehen würde zu weit führen, da es einfach

           zu viele sind………

Stellungnahme speziell zum Kapitel Produktchemie:

 

Dr. Diplom Chemiker V.J., Güglingen:

.............Broschüre „Naildesigner in Perfektion“ …….habe ich hinsichtlich des Kapitels

             Produktchemie überprüft……….

………..Die Aussagen der Autorin zur Chemie sind zum Teil gelinde gesagt, schon sehr  

              mutig.

………..es scheint der Unterschied zwischen Katalysator und Initiator nicht bekannt.

……….die  Begründung „Arzneimittel“ liegt sehr daneben.

………..wird die chemische Vernetzung unzutreffend dargestellt und mit der

              physikalischen Netzwerkbildung verwechselt.

………..werden Hilfsmittel wie Weichmacher völlig unzutreffend geschildert. Den

              Weichmacher eines Polymers/Kunststoffs mit dem „Weichmachen“ also Enthärten

              von Wasser sowie „Entkalkern“ in Waschmitteln gleichzusetzen, zeigt eine völlige

              Unkenntnis der chemischen Sachverhalte. 

………   Über die Gesundheitsschädlichkeit mit Wahrheitsanspruch von

              Pulver/Flüssigkeitsnägeln oder Gelsystemen  entscheidet nun mal keine Autorin

              eines Buches sondern eine toxikologische Bewertung der Inhaltsstoffe des

              jeweiligen Produktes.

……….. bei den „Dehydratoren“ wird nur von Isopropyl gesprochen. Wenn schon dann

              heißt das Isopropanol, Isopropylalkohol oder 2-Propanol.  

……….werden linearen Polymeren ein niederes Molekulargewicht zugeschrieben,

             allerdings ist das unzutreffend.

……….die chemischen Ungereimtheiten setzen sich bei den Klebern fort.

……….zum Härtevorgang…..mit diesen Eigenheiten der Chemie dürfte die Autorin nicht   

             vertraut sein.

………..Es drängt sich auf, dass die dahinter stehende Chemie nicht erkannt wurde.

………..Ebenso wurde die Kosmetikverordnung nicht voll erkannt.

………..Einen guten Teil der Aussagen  oder verwendeten Ansichten zur Produktchemie

              halte ich aus fachlicher Sicht für völlig unhaltbar.

            

  

Bereits schon im Herbst 2007 wurde die Autorin sowie drei Handwerkskammern, die diese Lektüre zur Vorbereitung für die Prüfung/HWK empfohlen bzw. als Unterrichtgrundlage eingesetzt haben über  die Missstände des vermeintlichen Lehrbuches informiert.

Darauf folgend wurde auch der BDND seitens einer HWK aus Nordrhein-Westfalen über die vom Verband empfohlene mangelhafte Literatur informiert.

Zitat - Schreiben der HWK, Herbst 2007 betreffend Info BDND:

…….„Wir haben zudem den Bundesverband Deutscher Naildesigner (BDND) angeschrieben und ihn auf die gravierenden Mängel in dem vermeintlichen Lehrbuch hingewiesen.

gez. Hauptgeschäftsführer

 

Zitat - Schreiben der HWK, Sommer 2008 betreffend Info BDND:

………„Als uns dann aber von dritter Seite nachgewiesen wurde, das der „Naildesigner in Perfektion“ insbesondere in den medizinischen Abwandlungen erhebliche Defizite aufwies, haben wir sofort Abstand von diesem Werk genommen. Insofern stimmen wir Ihrer kritischen Haltung gegenüber dem sog. Lehrbuch zu. Wir haben im Übrigen inzwischen dem BDND eine Mängelliste zukommen lassen und ihm geraten, das Buch gründlich zu überarbeiten.

gez. Hauptgeschäftsführer

 

Statt die Konsequenzen aus diesen Informationen  zu ziehen und zu handeln wurde das Werk  von der Autorin sowie einigen Firmen noch im August 2008 unbeeindruckt weiter vermarktet, daneben wurden weiterhin Vorbereitungskurse zur HWK Prüfung auf der Basis des beanstandeten Lehrbuches von ihnen angeboten.

 

Ein HWK Zertifikat um jeden Preis?

 

Ich halte es als Mediziner für meine Pflicht  Naildesigner, Ausbilder und Firmen auf diesen Missstand hinzuweisen, um sie vor  den möglichen Folgen strafrechtlicher Konsequenzen und zivilrechtlicher Sanktionen sowie der Vermittlung von falschen Lehrinhalten zu bewahren.

 

Dr. med. Ulrich Brander